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Segeltypen

Segeltypen

 

Das Lattengroßsegel
Bessere Aerodynamik und längere Haltbarkeit in Verbindung mit komfortablerer und sicherer Handhabung haben dafür gesorgt, daß sich das Lattengroßsegel immer stärker durchsetzt und eine Renaissance erlebt.

Vorteile gegenüber einem konventionellen Großsegel
> Vortriebsstärke: Vor allem bei Leicht- und Mittelwetter hat ein durchgelattetes Großsegel den Vorteil, daß die gesamte Fläche von Latten gestützt wird, so daß sich das vorgegebene Profil nicht unkontrolliert verändern kann.
> Große Fläche: In der Regel kann die Achterliekrundung weiter ausgestellt werden als beim konventionellen Großsegel, da sie im Prinzip nur durch das Achterstag begrenzt wird.
> Beste Segeleigenschaften: Da das durch die Latten unterstützte Profil auch bei zunehmendem Winddruck nicht tiefer wird, bleibt das Achterliek immer offen, so daß eine optimale Anströmung gewährleistet ist. Dies hat zur Folge, daß das Schiff in einer Bö weniger luvgierig reagiert, aufrechter segelt und dadurch später gerefft werden kann.
> Optimale Trimmbarkeit: Selbst bei relativ unflexiblen Masten, kann durch veränderte Lattenspannung im Segel das Profil den Windverhältnissen optimal angepaßt werden. Für mehr Profiltiefe wird der Lattendruck verstärkt, während die Lattenspannung reduziert wird, wenn das Segelprofil abgeflacht werden soll.
> Lange Lebensdauer: Dadurch, daß ein Lattensegel beim Setzen und Bergen sowie in der Wende wesentlich weniger schlägt, erhöht sich die Lebensdauer sowohl des Profils als auch vom Material ganz erheblich.
> Bessere Handhabung: Besonders in Verbindung mit Lazy-Jacks läßt sich ein Lattengroßsegel leicht bergen und auftuchen, da die durchgehenden Segellatten das Achterliek nach hinten strecken. Das Segel fällt fast von alleine zwischen die Fangleinen und kann nicht mehr unkontrolliert an Deck rutschen.

Nachteile gegenüber einem konventionellen Großsegel
> Nicht angeschlagenes Segel ist unhandig: Der Transport von und an Bord gestaltet sich durch die ständig eingelegten Segellatten etwas schwieriger als bei einem konventionellen Großsegel.
> Mastrutscher neigen unter Druck zum Verklemmen: Die durch das Segel laufenden Segellatten enden direkt in einer Segellattenaufnahme und drücken dadurch gegen den Mast, so daß konventionelle Mastrutscher nur noch schwer in der Mastnut laufen. Normale Mastrutscher sind für diesen Kompressionsdruck nicht konstruiert und müssen bei größeren Lattengroßsegeln gegen Druckaufnahme-Rutscher oder kugelgelagerte Systeme ersetzt werden. Wir beraten Sie gern über Vor- und Nachteile der verschiedenen Rutscher-systeme.
> Aufmerksames Segeln ist erforderlich: Die durchgehenden Segellatten drücken ein vorgegebenes Profil in das Segel, so daß man sehr bemüht sein sollte, daß das Segel aerodynamisch optimal getrimmt ist. Will man das höhere Geschwindigkeitspotential eines Lattengroßsegels realisieren, so ist es besonders bei wenig Wind erforderlich, nach Windbändseln zu fahren. Denn: Im Gegensatz zu einem konventionellen Großsegel sieht ein Lattengroßsegel auch dann noch gut getrimmt aus, wenn die laminare Strömung am Segel bereits abgerissen ist.
> Mehrpreis: Ein Großsegel mit durchgehenden Segellatten, vergrößerter Segelfläche sowie Spezialbeschlägen ist etwas teurer als ein konventionelles Großsegel, aufgrund seiner überwiegenden Vorteile gegenüber dem konventionellen Großsegel ist es aber seinen Preis wert.

Ausrüstung eines Lattengroßsegels
Man unterscheidet prinzipiell drei Arten von Rutschertypen:
• Lattenrutscher-Systeme, wie z.B. die Druckrutscher der Sailman Lattenrutscher-Systeme
• Schienenlose Ballslide-Rutscher-Systeme, wie z.B. das Frederiksen System
• Lattentraveller-Systeme mit Schienen, wie z.B. das Harken Lattentraveller-System für Schienen

Lattenrutscher
Das Hauptproblem bei größeren durchgelatteten Großsegeln ist die Aufnahme des Drucks von den gespannten Segellatten auf den Mast. In vielen Fällen wird durch diesen Druck die Reibung zwischen Mastnut und Mastrutscher so groß, daß ein Setzen oder Bergen des Großsegels nur noch unter ganz erheblichem Kraftaufwand möglich ist. Um dies zu vermeiden, wurden Druck-Rutscher in verschiedenen Ausführungen entwickelt, welche für die meisten Mastprofile verfügbar sind. Um die Reibung so gering wie möglich zu halten, sollten die Rollen der Druck-Rutscher auf der Rückfläche der Mastnut oder der Mastschiene laufen.
Beim Einsatz von Lattenrutschern ist zu beachten, daß sie keine Zugbelastungen aufnehmen können. Aus diesem Grund dürfen diese Rutschertypen auch nicht als Kopfbrettrutscher oder im Bereich der Reffpunkte eingesetzt werden, da die Zugbelastung hierfür zu groß wäre.

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Schienenlose Ballslide-Rutscher
Beim Ballslide-Rutschersystem handelt es sich um ein patentiertes Lattensystem des Herstellers Frederiksen. Bei diesen kugelgelagerten Mastrutschern kann auf eine Schiene am Mast verzichtet werden, wodurch sich Gewichtsersparnisse im Rigg ergeben. Für die Wagenkörper existieren verschiedene Adapter für unterschiedliche Masttypen.
Das Ballslide-System kann auch an sehr flexiblen Masten benutzt werden, an denen die Montage einer Schiene normalerweise nicht ratsam ist. Bei der Verwendung von abgestimmten Lattenendbeschlägen bleibt das Großsegel genau in der Mitte vom Mast.
Die Ballslides laufen auf zwei Sätzen umlaufender Torlonkugeln, die auch bei Demontage der Rutscher nicht herausfallen können. Der Lattenendbeschlag am Segel und die Ballslides sind durch ein Niro-Kugelgelenk miteinander verbunden, so daß sich die Latten ohne zu verkanten in alle Richtungen frei bewegen können. Durch die Kugelkonstruktion können die Lattenbeschläge sogar über 90 Grad hinaus nach vorn schwenken.
Druck-Aufnahme-Rutscher und Ballslide-Rutscher können auch benutzt werden, wenn das Großsegel nur einzelne durchgehende Latten hat, die das Setzen und Bergen normalerweise erschweren. In solchen Fällen können diese Spezial-Mastrutscher mit normalen Mastrutschern kombiniert werden. Die Zwischenrutscher bieten sich darüber hinaus besonders für größere Yachten auch ohne Lattengroßsegel an. Sie ersetzen dann die oftmals schwergängigen Kunststoffrutscher.

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Lattentravellersystem mit Schienen
Bei Lattentravellersystemen werden die Lattenschlitten, die Liekschlitten und das Kopfbrett auf kugelgelagerte Travellerschlitten montiert, so daß das Segelsetzen und -bergen nahezu reibungslos verläuft.
Lattentravellersysteme wurden ursprünglich für die französischen Mega-Rennkatamarane entwickelt. Richtig konstruierte Systeme mit Kugellagern führen zu geringstmöglicher Reibung und größtmöglicher Zuverlässigkeit. Lattentravellersysteme erfordern die Montage von Schienen am Mast: Die Schienen können an den meisten innenliegenden Mastnuten mit sogenannten "Nutsteinen" befestigt werden, ohne daß Bohrlöcher notwendig sind. Bei Masten ohne innenliegende Mastnut können die Schienen mit Schrauben am Mast montiert werden.

Das Rollgroßsegel
Auf Charteryachten, sowie auf Yachten deren Eigner in erster Linie Wert auf Komfort und Bequemlichkeit legen, hat sich das Rollgroßsegel zunehmend etabliert. Ähnlich wie bei den Vorsegelreffanlagen ist die Bedienung einfacher und unkomplizierter als bei konventionellen Großsegeln. Was allerdings die Segelleistung betrifft, müssen in der Regel Abstriche hingenommen werden. Diese Einschränkung fällt beim Reffbaum systembedingt geringer aus als beim Reffmast. Auf dem Markt konkurrieren beide Systeme von unterschiedlichen Herstellern miteinander, deren Eigenschaften nachfolgend gegenübergestellt werden.

Horizontales Reffsystem/Rollreffbaum
Vorteile
> Größere Segelfläche durch Verwendung von durchgehenden Segellatten – so kann das Achterliek ausgestellt werden
> Toppgewicht erhöht sich nur unwesentlich
> Das Bergen des Segels ist auch bei Systemausfall des Baumes noch möglich.
> Bei einer Vorlieksführung mit Plastik-Distanzschiene ist der Mast noch – eingeschränkt – trimmbar.

Nachteile
> Das Segel sollte zum Setzen, Reffen und Bergen im Wind stehen.
> Das Setzen, Reffen und Bergen des Segels funktioniert nur, wenn sich der Baum in einem genau definierten Winkel zum Mast befindet.
> Durch den Anpreßdruck der durchgehenden Latten ergibt sich ein hoher Reibungswiderstand beim Setzen, Reffen und Bergen des Segels.
> Das Horizontalreff funktioniert bei einem flexiblen Rigg, oder bei mehr als 12 Meter Vorlieklänge nur mit Einschränkungen, da die Mastbiegung durch den Distanzhalter hinter dem Mast begrenzt wird. Außerdem besteht die Erfordernis, die Lagen des aufzurollenden Segelvorlieks gleichmäßig im Baum hintereinander anzuordnen.

Vertikales Rollreffsystem / Rollreffmast
Vorteile
> Hoher Bedienungskomfort beim Setzen und Bergen durch kurzen Ausholweg der Unterliekslänge
> Leichtgängig auch bei großen Flächen
> Das Segel muß zum Setzen und Bergen nicht genau im Wind stehen.
> Die Profiltiefe läßt sich auch im gerefften Zustand noch – eingeschränkt – verändern.

Nachteile
> Erhöhtes Toppgewicht führt zu Stabilitätsverlust und damit zu schlechterem Seegangsverhalten der Yacht.
> Kleinere Segelfläche, da Achterliek nur von kurzen, senkrechten Latten gestützt werden kann.
> Segel müssen flacher geschnitten werden, was ein weniger kraftvolles Profil bedeutet.
> Masttrimm so gut wie nicht möglich, da die Welle im Mast nicht gebogen werden darf.