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Tuchauswahl

Tuchauswahl

 

Die Charakteristik Ihres Großsegels wird ganz entscheidend durch die richtige Tuchauswahl bestimmt. Das Segel sollte bei wenig Wind nicht zu schwer sein, muß aber auch für Starkwind ausreichend dimensioniert sein. Ferner sollte es unter allen Bedingungen gut trimmbar bleiben.
Deshalb ist es für das Verständnis moderner Segel und Segeltechnik hilfreich, sich mit der Konstruktion und Herstellung von Segeltuchen und Laminaten zu beschäftigen:

Von einem Segeltuch spricht man, wenn das Tuch auf einem Webstuhl gewebt wird. Hier gelten deshalb die allgemeinen Weberausdrü. Da sich die Fasern unter Belastung aber strecken, dehnt sich das Tuch. Die Fasern des Laminats sind dagegen fast gar nicht gecrimpt, sondern glatt gelegt. Die Reckwerte sind dadurch wesentlich geringer als bei gewebten Segeltuchen gleicher Stärke.
Durch die Verwendung von modernen Fasern, wie z.B. Pentex®, Kevlar®, Spectra® oder Dyneema® für das Laminatgitter, können die Segel wesentlich leichter als mit entsprechendem gewebten Tuch hergestellt werden.
Grundlagen zur Beurteilung von Tuch bzw. Laminat sind: Tuchgeometrie, Tuchfestigkeit und Tuchgewicht.

Tuchgeometrie
Um die Reckwerte eines Tuches bzw. Laminates und damit seine Eigenschaften zu ermitteln, wird mit einer genau definierten Kraft das Tuch in Richtung Kette (0 Grad), Richtung Schuß (90 Grad) und in Diagonalrichtung (45 Grad) belastet und die Dehnung bzw. der Reck gemessen.

Tuchfestigkeit
Es gibt zwei Arten von Festigkeit, mit denen der Segelmacher zu tun hat. Die erste ist die Bruchfestigkeit. Sie hat beim Raumschotsegeln eine große Bedeutung. Die zweite Art ist die Dehnfestigkeit. Sie wird offensichtlich bei der kritischen Last bzw. Spannung, bei der die rückbildbare, elastische Dehnung (Längung) in die nicht rückbildbare, bleibende Dehnung übergeht. Dieser Punkt heißt Fließgrenze. Die Dehnfestigkeit bestimmt somit, wie stark ein Segel äußerstenfalls belastet werden darf, ohne bleibende Verformungen zu erleiden.

Tuchgewicht
Es wäre sehr einfach, ein Segeltuch bzw. Laminat größter Festigkeit und geringster Dehnbarkeit herzustellen, wenn das Gewicht keine Rolle spielen würde. Das Gewicht ist aber ein wichtiger Faktor:
> Händigkeit: Leichte Segel sind einfacher zu setzten, zu bergen und zu stauen als schwere.
> Für einen günstigen Schwerpunkt sollte das Gewicht im Masttop so gering wie möglich sein. Eine Reduzierung von Gewicht im oberen Bereich des Mastes verringert das Krängungsmoment und das Stampfen des Bootes. Die Eigenart von Toplastigkeit kann man selbst einmal zu spüren bekommen, wenn man im Top eines Mastes Arbeiten durchführt und dabei das Boot bereits Schlingerbewegungen macht.

> Das Tuchgewicht hat einen großen Einfluß auf die Segelform. Bei leichtem Wind kann die Form eines schweren Segels leiden, weil es unter seinem eigenen Gewicht zusammensackt.

Die zur Auswahl stehenden Segeltuche haben alle ihre eigene Charakteristik und sind nicht für jeden Einsatzzweck gleich gut geeignet.
Für den traditionellen Horizontal-Schnitt, aus dem auch heute noch die meisten Segel gefertigt werden, verwenden wir Dacrontuche mit verstärktem Schußfaden, da hier das Achterliek besonders starke Zugkräfte aufnehmen muß.

Es ist dabei wichtig, das Verhältnis von Vorliek zu Unterliek des herzustellenden Segels genau zu kennen. Ohne dieses Verhältnis zu wissen, ist es schwierig, das richtige Segeltuch auszuwählen. Man unterscheidet zwischen sogenannten Strong-Fill Tuchen für High-Aspect Segel (welche ein kurzes Unterliek im Verhältnis zu einem langen Vorliek aufweisen) und All-Purpose Tuche für Low-Aspect Segel (also langes Unterliek im Verhältnis zum Vorliek).

Die All-Purpose Tuche sind schußorientiert, aber nicht so extrem wie Strong-Fill Tuche. Sowohl Strong-Fill als auch All-Purpose Tuche gibt es mehr oder weniger stark geharzt. Das stark geharzte Dacrontuch ist bei gleicher Profilierung etwas vortriebsstärker, als ein weiches, griffigeres Dacrontuch gleicher Stärke und Konstruktion. Diese etwas höhere Formbeständigkeit wird aber durch etwas schnelleren Verschleiß erkauft.
Speziell für Club-Racing-Yachten bei denen das bisherige Polyestertuch nicht ausreichte, und ein Laminat nicht gewünscht wird, produziert die Firma Dimension-Polyant nach einem patentierten Verfahren eine Kombination aus hochfestem Polyester mit gleichzeitig eingewebter Vernetzung aus Dyneema® unter der Markenbezeichnung Hydra-Net®.

Dieses Kombinationstuch zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
> hohe Belastbarkeit ohne Zunahme des Gewichts
> lang anhaltende Formstabilität des Segels
> geringe Knickempfindlichkeit, dadurch:
> geringer Staubedarf
> lange Haltbarkeit

Für die Lastlinien orientierten Segelschnitte, also Bi-Radial und Tri-Radialschnitt, bieten sich die sogenannten Sandwichtücher an. Diese Laminate zeichnen sich durch ein gutes Gewichts-Leistungsverhältnis – verbunden mit guten Leichtwindeigenschaften bei leichter Handhabung – aus.
Für den ambitionierten Club-Racer hat der Hersteller Dimension Polyant deshalb die DC-Cruising Laminate entwickelt. Es handelt sich dabei um ein dehnungsarmes und sehr haltbares Tuch, das auch in Rollreff-Anlagen verwendbar ist. Dieses anspruchsvolle Polyester-Laminat wird in der Art hergestellt, in dem ein in zwei Folien eingefaßtes Gittergewebe auf beiden Seiten mit einem Taftgewebe verbunden wird. Die verwendeten Gittergewebe zeichnen sich durch besonders gute Kett-Dehnungswerte und eine hohe Reißfestigkeit aus. Die Taftgewebe die den Film bedecken, sind robust und wurden zusätzlich mit einem UV-Finish beschichtet, das, neben einem um ca. 30% verbesserten Widerstand gegen schädliche UV-Strahlung auch die Gefahr von Stockfleckenbildung erheblich reduziert.

Eigenschaften von DC-Cruising Laminaten:
> sehr geringe Dehnung
> High Tech Optik
> sehr hohe Diagonalstabilität
> UV-stabilisiert
> leichtes Segel durch abgestuftes Tuchgewicht

Nun ist es jedoch nicht so, daß das technisch hochwertigste Segeltuch auch immer und für jeden Einsatzbereich die beste Lösung darstellt. Während ein Regattasegler mehr zu einem Laminattuch oder einem harten, leistungsmäßig hochwertigen Dacrontuch tendieren dürfte, kommt für einen Langfahrtensegler nur ein weiches, langlebiges Segeltuch in Frage. Letzten Endes bestimmt der Einsatzzweck, und Ihre Ambitionen die Tuchauswahl und den Segelschnitt.
Um die Qualität unserer Segel zu garantieren, verarbeiten wir ausschließlich getestete Markentuche namhafter Hersteller wie Dimension-Polyant und Contender, um Ihnen ein optimales Verhältnis zwischen Qualität, Leistung und Preis bieten zu können.

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