Segeltypen

Segeltypen

 

 

Genua I

Für den Bereich bis 3 Windstärken braucht man zum Aufkreuzen eine Genua I. Sie ist in der Regel das größte Amwind-Segel an Bord. Mit ihrem 150% J-Maß ist die Genua I flächenmäßig mehr als doppelt so groß wie die Fock. Sie hat ein volles Profil und wird aus leichtem Material gefertigt.
Die Entwicklung hochwertiger Segeltuche hat dazu geführt, dass auch der ambitionierte Club-Racer heute mit nur noch einer Genua I auskommt. Nur auf sogenannten Grand-Prix-Racern werden noch mehrere hoch-spezifische Genua I-Segel gefahren. Diese für einen ganz bestimmten Einsatzzweck konstruierten Segel haben jedoch den Nachteil, dass sie nur einen sehr begrenzten Einsatzbereich optimal abdecken, d.h. sie sind nicht für den Dauergebrauch zu empfehlen.
Einen weiteren Aspekt, den es bei der Konstruktion eines Vorsegels zu beachten gilt, betrifft die Höhe des Schothorns über Deck. Für den Fahrtensegler hat sich ein leicht ansteigendes Schothorn bewährt. Es erleichtert den Blick nach Lee, und das Schothorn bleibt nicht so leicht an der Seereling hängen; außerdem ist das Segel leichter einzustellen.
Für den Regattasegler hat sich dagegen der sog. Decksfeger, also eine Genua, bei der das Unterliek möglichst bis aufs Deck reicht, durchgesetzt. Für dieses Segel gilt: Je kleiner der Spalt zwischen Deck und Segel, um so geringer ist der Druckausgleich zwischen der Luv und der Leeseite des Segels.
Gleichfalls zu beachten ist: Je näher das Schothorn an den Schotholepunkt der Genuaschiene heranreicht, um so feinfühliger ist das Segel einstellbar (dies ist auch ein Grund dafür, dass eine Selbstwendefock mit einer Schothornplatte mit mehren Bohrungen ausgerüstet sein soll).

Genua II

Bei der Genua II handelt es sich um eine Genua mit einem LP-Maß von ca. 130% J. Sie ist von der Fläche etwas kleiner, im Profil etwas flacher und im Material etwas stärker als eine Genua I ausgelegt.
Während auf Booten mit 7/8-Takelung oft auf die Genua II verzichtet wird, um so von der Genua I gleich auf die Genua III zu wechseln, gehört die Genua II auf toppgetakelten Schiffstypen weiterhin zur Grundausstattung. Ihr Einsatzsbereich überlappt in den von Genua I und III und erspart bei Mittelwetterlagen von 2 bis 4 Windstärken häufige Segelwechsel.

Genua III

Bei der Genua III handelt es sich um ein Vorsegel mit einem LP-Maß von ca. 110% J, das den Mast fast nicht mehr überlappt. Die Genua III ist mit ihrem hohen Streckungsverhältnis das aerodynamisch leistungsfähigste Vorsegel an Bord. Es erzeugt bei gleicher Fläche mehr Vortrieb als jedes andere Segel. Voraussetzung für soviel Effizienz ist aber, dass das Segel mit Unterliek und Schothorn fast ganz an Deck aufliegt.
Mit der Möglichkeit, den Schotholepunkt auf eine zweite, weiter innenliegende Schotschiene zu versetzen, erreicht man eine Reduzierung vom Anstellwinkel des Segels. Durch diesen Trimm kann mehr Höhe gelaufen und eine höhere Geschwindigkeit erreicht werden.
Aufgrund ihres hohen und schlanken Profils sind mit der Genua III sehr schnelle Wenden möglich. Für den harten Regattaeinsatz wird dieses High-Aspect Segel im Achterliek mit Kurzlatten profilstabilisiert.
Die Tuchstärke ist in den meisten Fällen mit der eines Großsegels identisch, da die Genua III häufig bis zum Austausch gegen die Sturmfock gefahren wird. Entsprechend robust und solide muß die Verarbeitung sein, um ein langlebiges Segel zu garantieren.
Wir bei Moritz-Segeltechnik verfügen über die dafür unerläßliche, langjährige Erfahrung, um alle Faktoren optimal abzustimmen. Sie haben dadurch die Gewähr, dass Sie immer ein schnelles und formstabiles Segel erhalten.

Drifter

Der Drifter ist ein Amwind-Segel für den Leichtwind-Bereich. Er ist einem asymmetrischen Spinnaker ähnlich, er ist aber flacher geschnitten und wird wie eine Leichtwindgenua eingesetzt.
Mit ihm lassen sich deutliche Verbesserungen der Bootsgeschwindigkeit bei Leichtwetter auf Amwind-und bei Anliegerkursen erzielen.

Sein Einsatzgebiet liegt zwischen 40° und 90° scheinbarem Wind bis ca. 3 Bft.

Da aus konstruktiven Gründen immer mehr Yachten auf eine ausreichend große Genua verzichten müssen, weil entweder die Genuaschiene zu kurz oder die Salinge im Weg sind, kann häufig eine 150%ige Genua nicht mehr geschotet werden.

Aus diesen Gründen erlebt der weiterentwickelte Drifter eine Renaissance. Als Holepunkt dient ihm ein Block achtern am Heck.

Er macht einen Außenbogen um Wanten und Salinge und zieht schon ab ca. 40° scheinbarem Wind optimal

Der Drifter wird normalerweise mit dem Spi-Fall vor dem Vorstag am Bug freifliegend gesetzt.

Das Vorliek ist mit Dyneemaliektau oder Draht verstärkt.

Er kann aber auch am Profilstag oder mit Stagreiter gefahren werden.

Die Fläche des Drifters richtet sich auch nach dem möglichen Holepunkt.

Mit einem LP Maß von ca. 180% ist er auch flächenmäßig ein Segel zwischen Genua und Gennaker.

Der Schnitt des Drifters ist TRI-Vertikal, wie der des Gennakers.

Als Material für den Drifter verwenden wir Spinnaker Nylon, Spinnakerpolyester und Code Zero Laminate.

Code Zero Laminate haben einen besseren Dehnungswiderstand als herkömmliche Spinnakertuche und wurden ursprünglich für Offshore Regatten entwickelt

Rollreffgenua

Da die modernen Rollreffanlagen heute als mechanisch ausgereift gelten, haben sich Rollreff-Vorsegel im Cruisingbereich als feste Größe etabliert. Die Vorteile, wie z.B. das problemlose Reffen vom Cockpit aus und damit mehr Sicherheit und Komfort an Bord, sind bestechend. Andererseits sollte man sich als ambitionierter Segler von der Vorstellung lösen, dass man mit einem Segel alle Bereiche von Flaute bis Sturm segeltechnisch optimal abdecken kann.
Bekanntermaßen sollte ein Segel nicht um mehr als ca. 30% von seiner Gesamtfläche gerefft werden, ohne dass die Segelleistung dadurch beeinträchtigt wird. Ferner ist zu beachten, dass bei den meisten Schiffstypen die Genuaschiene nicht lang genug ist, um eine Rollreffgenua um 50% und mehr zu reffen.
Um bei Starkwind und Sturm nicht in Grenzbereiche zu geraten, ist es deshalb empfehlenswert, neben der klassischen Rollreffgenua mit 140 bis 145% LP-Maß noch eine Rollreff-Fock mit ca. 95 bis 105% LP-Maß an Bord zu haben. Letztere wird als Arbeitsfock gefahren und kann bei Bedarf auf Sturmfockgröße gerefft werden.


Fläche der Rollreffgenua

Die optimale Größe einer Rollreffgenua liegt aus segeltechnischen Gründen etwas unterhalb der Fläche einer normalen Genua I. Die zur Verfügung stehende Länge vom Vorliek sollte dabei möglichst ausgenutzt werden, da sie durch Refftrommel und Fallschlitten bereits reduziert ist.
Als Faustformel gilt, dass es bei 4 Windstärken noch möglich sein sollte, ungerefft zu segeln. Eine zu groß ausgelegte Rollreffgenua müßte bereits bei mittleren Windstärken gerefft werden, was zu einer frühzeitigen Beeinträchtigung der Segelleistung aufgrund der Verkürzung an Anschnittkante und Profilveränderung führt. Die optimale Größe einer Rollreffgenua stellt genauso wie die Form und das Tuchgewicht immer einen Kompromiss aus den Zusammenspiel der jeweiligen Komponenten dar. Praktisch entspricht dies der Größe einer Genua II. Die Vorteile einer größeren Rollreffgenua bei leichten Windstärken gleichen die Nachteile bei Mittelwetter nicht aus.

Profil und Ausstattung der Rollreffgenua

Die Profiltiefe einer Rollreffgenua entspricht in etwa der einer Genua II und ist damit flacher als eine Genua I, aber voller als eine Genua III bzw. Arbeitsfock. Das noch tiefere Profil einer Genua I liesse sich auch mit Profilausgleich im Vorliekbereich nicht faltenfrei aufrollen, denn je voller ein Segel profiliert ist, um so loser wickelt sich die profilierte Fläche auf. Aus diesem Grunde müssen Rollreffsegel entweder flacher geschnitten, oder aber einen Profilausgleich im Vorliekbereich eingearbeitet haben, damit das Segel auch im gerefften Zustand einwandfrei steht. Alle Rollreffgenuas von Moritz-Segeltechnik ab ca. 15 m2 Fläche haben deshalb serienmäßig ein oder mehrere, auf die Profiltiefe des Segels abgestimmte, im Vorliekbereich eingearbeitete Schaumstoffstreifen als Profilausgleich.
Auf Wunsch kann Ihre Rollreffgenua gegen Aufpreis mit einem UV-Schutz für Achter- und Unterliek ausgerüstet werden, oder durch eine Rollfockpersenning ergänzt werden. Unsere Rollfockpersenninge sind mit Rollenschäkeln für die Bändselverschnürung ausgerüstet und verfügen über einen hochwertigen Reißverschluß.

Arbeitsfock

Ein Segel mit einem LP-Maß von unter 100% J - also eines, das den Mast nicht überlappt - bezeichnet man heute als Fock. Im Gegensatz zu früher, als die Fock nur zu 80% die maximal zur Verfügung stehende Länge vom Vorliek ausfüllte und den Mast teilweise überlappte, wird die Fock heute mit der maximalen Vorlieklänge gefahren und überlappt in der Regel nicht mehr. Sie ist segeltechnisch mit der Genua III eng verwandt. Sowohl Tuch, Profil als auch Segelschnitt sind fast identisch. Das bedeutet, dass die moderne Arbeitsfock ebenfalls ein hohes Streckungsverhältnis aufweist und dadurch ein aerodynamisch sehr effizientes Vorsegel ist.
Entsprechend der Genua III gilt auch für die Arbeitsfock, dass auf Regattayachten das Schothorn nicht mehr als 15 bis 30 cm über Deck liegen sollte, um den induzierten Widerstand (also den Druckausgleich von der Luv- zur Leeseite des Segels) so gering wie möglich zu halten.
Auf Cruisingyachten wird das Schothorn dagegen in den meisten Fällen etwas höher angesetzt, um die freie Sicht nach Lee zu erleichtern, und um das Scheuern des Unterlieks an der Seereling zu reduzieren. Für ein
höhergelegtes Schothorn spricht außerdem, dass das Segel auf allen raumen Kursen ruhiger steht und ein höher liegendes Unterliek bei Seegang weniger Wasser schaufelt.

S-Fock

Für das Aufkreuzen in engen Gewässern und bei hartem Wind wird die Genua III bzw. die Arbeitsfock immer öfter von der Selbstwendefock ersetzt, da sie das Bootshandling erheblich vereinfacht. Das Wenden mit der S-Fock geht wie von selbst, da die Schot nicht mehr bedient werden muß. Durch die vor dem Mast montierte Schiene fällt die S-Fock flächenmäßig etwas kleiner aus als die Arbeitsfock.
Für die Leichtgängigkeit der Selbstwendeeinrichtung ist es wichtig, dass der Schotwagen kugelgelagert ist, und die quer zur Schiffsachse laufende Travellerschiene gemäß dem Radius des Schothornes gebogen ist (A). Damit wird erreicht, das der Schlitten parallel zum Schothorn läuft. Die Schiene ist normalerweise auf Stützen montiert und sollte 45 Grad nach vorne gekippt sein. Eine so montierte Schiene erleichtert das Wenden insbesondere bei Leichtwind ganz erheblich.
Der wesentliche Unterschied zur Genua III bzw. Arbeitsfock besteht darin, dass die S-Fock mit einer Schothornplatte (B) ausgerüstet ist. Diese Schot-hornplatte mit mehreren Bohrungen für die Fockschot ist notwendig, weil der Holepunkt einer S-Fock nicht in Längsrichtung verstellbar ist. Durch umschäkeln der Schot in eines der Löcher nimmt man die Schotholepunkt-Verstellung vor.
Das relativ lange Achterliek dieses High-Aspect-Segels reagiert dabei überaus empfindlich auf jede Veränderung des Schot-Zugwinkels und erfordert einen besonders sorgfältigen Trimm. Eine in die untere Bohrung eingeschäkelte Schot wirkt dabei mehr aufs Unterliek und öffnet im oberen Bereich das Segel. Je weiter oben die Schot eingeschäkelt wird, desto mehr schließt das Achterliek.
S-Focken haben allerdings den Nachteil, dass der Schotholepunkt für Raumschot-Kurse nicht optimal eingestellt werden kann. Ist mit dem Travellerschlitten das Ende der Travellerschiene erreicht, kann man auf Raumschot-Kursen nur noch die Schot fieren. Man muß sich damit absfinden, dass sich unter diesen Bedingungen die S-Fock im oberen Bereich übermäßig öffnet. Wird die S-Fock nicht auf einer Rollreffanlage gefahren, so wird sie im Achterliek mit Kurzlatten profilstabilisiert.

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